Claudia Hiermaier,
Diplom-Psychologin, Psychotherapie - Psychoanalyse (DPV)
Illustration - Psychotherapie

Psychotherapie

Psychotherapie ist eine Form des Gesprächs mit dem Ziel, die Ursachen eines psychischen Leidens zu erkunden und zu heilen.

Dabei betont die psychoanalytische Orientierung die Rolle der unbewussten Prozesse für die Entstehung von seelischer Krankheit.

Dies ist insofern wichtig, als das menschliche Handeln nicht nur Ergebnis unseres bewussten Denkens ist, sondern in weit stärkerem Maße von unbewussten Inhalten aus der „Tiefsee“ unserer Psyche bestimmt wird. Für Menschen, die Interesse am Innenleben haben und auf Unbekanntes eher mit Neugier als mit Angst reagieren, ist die Tatsache des Unbewussten ein sehr spannender Forschungsgegenstand, der das Leben erhellt und bereichert.

“ Freud's Einblicke in die Natur des Bewusstseins stehen im Einklang mit der Sichtweise der modernen Neurowissenschaften“ erlärt der Neurobiologe Antonio Damasio und der Nobelpreisträger und Neurowissenschaftler Eric Kandel stellt fest : “Die Psychoanalyse repräsentiert noch immer die kohärenteste und intellektuell befriedigendste Sichtweise der Psyche“.

In einer psychoanalytischen Therapie geht es darum, Unbewusstes bewusst zu machen. Um den Geheimcode des Unbewussten zu entziffern, wird das Symptom zur Sprache gebracht und nach seiner Bedeutung befragt. Auf diesem Wege wird die Heilung von Symptomen herbeigeführt. Diese Heilmethode erbringt dadurch gleichzeitig immer auch eine erweiterte Selbsterkenntnis und Selbstverantwortung.

Wer sich selbst kennt und sein Leben als bedeutungsvoll wahrnimmt, fühlt sich nicht mehr ohnmächtig, verabschiedet sich von sinnlosen Ängsten, ist offen für die Vielfalt der Wirklichkeit , hat Spielräume, kann sein Leben in die eigene Hand nehmen und zielgerichtet, im Zustand innerer Präsenz handeln, die Stürme des Lebens bewältigen und seine Lebensträume verwirklichen.

Deshalb sind Patienten nach einer psychoanalytisch orientierten Therapie auch kreativer: Sie sind in der Lage Ballast abzuwerfen und Platz für Neues zu schaffen. So gesehen ist psychoanalytische Psychotherapie ein spannendes Abenteuer!

Für eine ausführliche Charakterisierung der hier beschriebenen Therapieformen empfehle ich folgendes Dokument:
PDF-Icon „Indikation und Wirksamkeit - Psychoanalyse und psychoanalytische Verfahren in der medizinischen Versorgung“, DPV, Berlin 2001 (PDF-Dokument).

In der Online Zeitschrift www.psychoanalyse-aktuell.de finden Sie interessante Beiträge zu vielen psychoanalytischen Themengebieten.

Die Autoren der nachfolgend zitierten Literatur haben herausgefunden, dass das Wichtigste für einen erfolgreichen Verlauf einer Behandlung das gute Zusammenpassen ist. Man spricht vom sogenannten „matching“ von Patient und Therapeut. Ein gutes matching , die Qualität der Beziehung zwischen Patient und Therapeut, stellt als Wirkfaktor inzwischen den unumstrittensten Baustein für den Erfolg einer Therapie dar (K. Grawe). Das hat mit zwischen menschlichen Resonanzphänomenen zu tun.

Aus diesem Grund ist auch das Vorgespräch so wichtig für eine Therapievereinbarung.

 

LEUZINGER-BOHLEBER, M., STUHR, U.,RÜGER, B., BEUTEL, M.: Langzeitwirkungen von Psychoanalysen und Psychotherapien, eine multiperspektivische, repräsentative Katamnesestudie. Psyche 55:193-276, 2001.

REIBAND, N.: Klient, Therapeut und das unbekannte Dritte. Placeboeffekte in der Psychotherapie und was wirklich wirkt, Systemische Forschung im Carl-Auer Verlag, Heidelberg 2006.

© Claudia Hiermaier, Diplom-Psychologin, Psychotherapie/ Psychoanalyse (DPV), Weilersbachweg 11, 79100 Freiburg